• Versand direkt aus unserem Weinkeller in Berlin - auch per Express - auch weltweit - oder Abholen im Weinladen
  • Alle angezeigten Weine lagern in unserem Weinkeller Karl-Marx-Allee 67 im Herzen Berlins - Telefon 030 25563300
Wenn Sie einen Wein von einem bestimmten Jahrgang verschenken, dann sollte diese Weinrarität auch tatsächlich trinkbar sein, d.h. mit Vergnügen verkostet werden können.

Was heißt das genau?

Als Faustregel darf gelten: einfache Weine sollten generell jung getrunken werden. 
Bei hochwertigen Weinen sieht das anders aus. Zumeist ist eine bestimmte Reifezeit in der Flasche bei edlen Weinen wünschenswert oder sogar Voraussetzung für optimalen Genuss.

Der optimale Reifepunkt von Weinen läßt sich leider nicht vorhersagen. 
Klassische Rotweine mittlerer Qualität (z.B. gute Cru Bourgeois und Grand Cru aus dem Bordeaux) werden nach ca 5-12 Jahren Flaschenlagerung trinkreif. Doch wann gelangen sie auf den Höhepunkt für den Trinkgenuss? Man kann es nur testen.

 
   Die ganz grossen Weine, vor allem aus einem bedeutenden Jahrgang, reifen noch erheblich langsamer und steuern noch nach Jahrzehnten auf ihre Vollendung zu. 
Zum Beispiel wurde der legendäre 1961er Château Latour aus dem Pauillac noch nach 40 Jahren als zu jung empfunden.

Hier noch zwei monumentale Weine mit schier endlosem Alterungspotenzial: Château Latour vom Jahr 1955 und der 1982er Château Lafite Rothschild. 
Der berühmte 1er Grand Cru Classé aus dem Jahrhundertjahrgang 1982 ist nicht nur ein sehr spät zur Vollendung reifender Wein, sondern auch Ausgangspunkt für die heutige Weinspekulation mit erstklassigen Raritäten.

 
Halten wir fest: hochwertige Weine (wir sprechen von klassischen, trockenen Rotweinen) erreichen irgendwann den Punkt der idealen Genussreife. 
Warum bieten wir Ihnen dann Weine wie den 1961er Château Troplong Mondot an? 
Ein fantastischer Wein, der vermutlich nach ca 12-15 Jahren perfekt war.

Bei den Weinraritäten geht es, wie bei Vertikalverkostungen, nicht um den einzigen, perfekten Trinkhöhepunkt.

Was ist eine Vertikalverkostung
Bei dieser Form der Degustation, die von Weinenthusiasten und Weinprofis gleichermaßen geliebt wird, stehen Weine oft eines Weingutes oder eines Weintyps von verschiedenen Jahrgängen zur Probe bereit. 
Ziel ist es, das Besondere eines bestimmten Weinjahrgangs zu erschmecken, Jahrgangsunterschiede nachzuerleben, Entwicklungen eines Weinguts zu beobachten.

Möglich ist dies, weil ideal gelagerte lagerfähige Weine lange Zeit auf einem hohen Niveau weiterbestehen können. 
Unter Umständen zeigen sie nicht mehr die ganze Komplexität und Länge wie zur idealen Trinkreife. Eventuell mischen sich in das perfekte Trinkerlebnis erste Fehltöne hinein. 
Ältere Weine zeigen sich häufig nach dem Entkorken sehr fragil. Sie blühen während kurzer Zeit buchstäblich auf und vergehen dann. Die ideale Zeitspanne der Weinverkostung umfasst dann nur 1 bis 2 Stunden.

  Verkostungen von Weinraritäten fördern oft Überraschungen zu Tage. Schon abgeschriebene Weine erwachen zu neuem Leben: ein zwanzig Jahre alter Wein zeigte einen Mangel an Frucht, um fünf Jahre später bei einer weiteren Flasche Bestform zu haben. 
Schwächere Jahrgänge übertreffen in hohem Alter plötzlich den hoch gerühmten Topjahrgang. Sehr gut bei einigen Bordeaux aus dem Jahr 1983 zu beobachten (hier Château d'Issan). 
Sehr schön zu trinken: die italienischen Weine aus dem vermeintlichen Krisenjahr 1974.
 
Der Anspruch auf Trinkgarantie

Die Frage, ob ein alter Wein noch trinkbar ist, entscheidet sich durch die (ausreichend hohe) Qualität und die bisherige ideale Lagerung des Weines. 
Wein ist ein perfektes Geschenk. Leider werden viele der verschenkten Weine nie getrunken. Sie werden als Erinnerungsstücke aufbewahrt, gern in Vitrinen oder in der Hausbar neben dem Cognac. 
Ein Verkostungsversuch führt solche Fundweine zumeist einer letzten Bestimmung zu: dem Verkochen.

Wenn man herumfragt, wodurch ein Wein seine Trinkbarkeit einbüßen kann, wird erstaunlich oft ein Korkfehler genannt. 
Wohl jeder hat dabei das obligatorische Vorverkosten aus dem kaum gefüllten Weinglas im Restaurant vor Augen. Schmeckt der Wein nicht, kann man ihn zurückgehen lassen. 
Allerdings ist dabei tatsächlich gemeint, den Wein auf Geeignetsein zu prüfen. Einen etwaigen Korkfehler sollte der Sommelier oder Weinkellner schon durch Schnuppern am Korken erkennen. 
Korkfehler sind übrigens vermehrt nur einige Jahre lang in der Weinwelt aufgetreten: durch übertriebene Massenproduktion und damit einhergehend verminderte Korkqualität, sowie durch den exzessiven Einsatz von Chemie. 
Gut erkannt werden Korkfehler meiner Erfahrung nach nur von sehr geübten Weinverkostern. 
Das Auftreten von Korkfehlern spielt bei alten Weinen keine Rolle.

Bei der Frage nach einer Trinkbarkeitsgarantie schwingt häufig die Unsicherheit mit, ob der alte Wein auch sein Geld wert sei. 
Wußten Sie, daß in Deutschland 95% aller Weinkäufe den Betrag von Euro 3,00 pro Flasche nicht überschreiten? Also überlegen wir sparsamen Deutschen uns auch bei jungen Weinen, ob der Wein tatsächlich 10,00 - 20,00 - 50,00 oder gar 200 Euro wert sein kann. 
Die Wertigkeit, das Preis-Leistungsverhältnis wird unter Weinenthusiasten heiß diskutiert. Und zwar in Hinblick auf jede Preisschwelle.

Soll ich für Euro 250,00 den maximalen Weingenuss empfehlen, würde ich zu einer Flasche eines 2ten Grand Cru Classé aus dem Bordeaux, wie Château Leoville Las Cases oder eines 1er Grand Cru Classé aus St.Emilion wie Château Pavie raten: aus dem Jahrgang 1998! 
Allerdings nur, wenn der Weinliebhaber schon Erfahrungen mit ähnlich hochwertigen Weinen machen durfte. 
Jemand, der seine Schmerzgrenze normalerweise bei 20-30 Euro sieht, sollte lieber zu mehreren Flaschen eines ambitionierten Weines wie Château Rausan Gassies oder eines Barbarescos, Gattinaras greifen.

Wenn man aber ein außergewöhnliches Weingeschenk machen möchte? 
Dann hat man je nach Geschenkbudget mit einem alten Jahrgangswein ein perfektes Geschenk. Man würdigt auf besondere Weise den Anlaß - zumeist ein besonderes Jubiläum, den Geburtsjahrgang, den Hochzeitstag. 
Das Geschenk läßt alte Weinkultur anklingen. Die Weinrarität hat einen eigenen Wert.


Man sieht: das Thema alte Weinrarität ist sehr komplex. Auf schlichte Weise eine Trinkgarantie auszusprechen, wäre da Augenwischerei. Falls Sie beim Verkosten eines alten Weines auf Schwierigkeiten gestoßen sind, können Sie sich gern bei uns melden. Ihre Erfahrung interessiert uns und wir suchen gern mit Ihnen nach einer Lösung.

 
Wein Zertifikat Jedem Wein wird mit einem Weinportrait und Zertifikat geliefert. Das Zertifikat enhält Wissenswertes zum Weingut und zur Weinregion und bestätigt die Echtheit des Jahrgangsweines.

 

Array