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Niemand mag gern einen hohen Preis für einen Wein bezahlen, den er auch günstig kaufen kann.
Die Frage ist, was ist günstig oder preiswert gekauft?

Wo liegt der Einstiegspreis für einen günstigen Wein?


Unter Weinhändlern wurde kürzlich eine Statistik zitiert, der zufolge 95% aller Weinkäufer nicht mehr als 2,99 Euro pro Weinflasche ausgeben.
Vielleicht stimmt diese Statistik nicht. Aber aus meiner Erfahrung unter Bekannten und Familienmitgliedern weiß ich, daß ein Wein mit einem Preis von 8-10 Euro bereits als besonders wertvoller Wein wahrgenommen wird. Und ich muss zugeben, daß für mich diese 8-10 Euro in der Regel als Einstiegspreis für einen günstigen Wein stehen. Aber sogar in Weinforen, in denen eigentlich Weinliebhaber unterwegs sein sollten, gelten Weine, die teurer als 10 Euro sind, gelegentlich bereits als Verschwendung und unnötiger Luxus.

 
Es gibt in der Diskussion um angemessene Weinpreise zwei Richtungen. Die Einen halten es einfach für unnötig, viel Geld für einen Wein zu bezahlen. Sei stellen keine besonderen Ansprüche an einen Wein. Also warum teuren Wein kaufen?
 
Die Anderen betonen sofort, dass es arrogant und snobistisch sei, Weine, die nicht so viel kosten, automatisch für weniger gut zu halten. Das sind Weinliebhaber, denen teure Weine ein Dorn im Auge sind. Eigentlich sehr verständlich. Denn, wenn etwas viel kostet, kann man wenig oder selten etwas davon kaufen. Die es doch tun, sind Snobs. Das böse Wort Etikettentrinker oder Punktetrinker fällt umgehend. Sie verweisen darauf, dass es schließlich preiswerte Weine gibt, die ganz herausragend sind. Und damit haben sie natürlich Recht und liegen doch falsch. Dazu später mehr.
 
Man muss sich als Weintrinker nicht für Wein interessieren.

Der ersten Gruppe gebe ich uneingeschränkt Recht.
Man kann gerne Wein trinken ohne sich für Hintergründe und Besonderheiten und Qualitätsstufen interessieren zu müssen. Dies tun Millionen von Menschen. Wein, man glaubt es kaum, ist ein alkoholisches Getränk, ein Rauschmittel, gut für Feste und gesellige Runden.  
Man kann Wein wunderbar nebenbei trinken, ohne auf Feinheiten zu achten. Natürlich ist ein hochwertiger Wein auch in Gesellschaft eine wundervolle Sache, aber ich verstehe jeden, der sich darum nicht groß kümmern will und trinkt, was gerade da ist. Dieselben Menschen wollen sich auch nicht mit den Erkennen und Wissen von Weinaromen herumschlagen. Sie kommen ja erst gar nicht auf die Idee, vor jedem Schluck die Nase tief in das Weinglas zu versenken.
Diese Weintrinker sind unter den Millionen von Weinkonsumenten die Mehrheit.
 
Die Kritik am sogenannten Etikettentrinker.
 
Die zweite Gruppe, die Verfechter des einfachen, ehrlichen, preiswerten Genusses, also durchaus an Wein interessiert, können stets ein Beispiel bringen, wenn ein herausragender Wein genannt werden will, der wenig kostet. Zumeist hat der Schnäppchen-Wein sogar eine hohe Bewertung eines berühmten Weinkritikers bekommen oder hat sich bei einer Blindverkostung gegen die ganzen überteuerten Weine mit großen Namen durchsetzen können. Oder noch besser: ein bedeutender Weinkenner hat den günstigen Wein in einer Blindprobe für einen der Topweine gehalten.
Ich will den Wahrheitsgehalt dieser Geschichten gar nicht in Abrede stellen. Tatsächlich gibt es tolle und gut trinkbare Weine im unteren Preissegment. Und sehr teure Weine halten oft nicht, was der hohe Preis zu versprechen scheint ( dazu weiter unten noch eine Anmerkung).
Mein Einwand gegen die Fraktion - guter Wein muss (darf) nicht teuer sein - lautet: euch fehlt die Neugier! Wie kann man sich für Wein interessieren, ohne seine Vielfalt kennen zu wollen?
Dass es 5-10 sehr gute Weine für wenig Geld gibt, ist angenehm, aber reicht mir nicht. Ich will nicht immer nur dieselben Weine trinken. Gerade die grosse Bandbreite an herausragenden Weinen fasziniert. Die feinen Unterschiede zwischen Weinen begeistern.
Wenn man die Welt der Weine kennenlernen will, hat man die wenigen Wein-Schnäppchen rasch ausgeschöpft. Notgedrungen muss man sich auch hochpreisigeren Weinen zuwenden. Ganz ohne Snob zu sein.
 
Ein Wort zu der stets erzählten Geschichte der Enttäuschung über teuer gekaufte Weine. Es ist darauf Verlass, daß dieses Argument angeführt wird, wenn es um teure Weine geht. Da habe ich / jemand 20, 50, 100 Euro für eine besondere Weinflasche ausgegeben und dann so ein Reinfall!
Nun passiert es aber regelmässig, dass ein Wein nicht überragend schmeckt. Oft weil man selbst nicht in Form war. Weine können ganz unabhängig von ihrem Preis enttäuschen - oder auch begeistern.
Wenn man sich konsequent durch das Weinangebot eines Discounters durchprobiert, wird man bis auf die 2-3 Ausnahmen (die berühmten Wein-Schnäppchen), geschmacklich Schiffbruch erleiden. Trinken Sie sich mal durch das edle Angebot eines guten Weinhändlers! Ich will nicht übertreiben, aber die Sache wird eher in Richtung von 2-3 Reinfällen gehen, und der Rest ist interessanter, vielfältiger Genuss.
Natürlich ist Ihre Weinverkostung beim Weinhändler ungleich teurer als beim Discounter. Und man sollte grundsätzlich nicht mehr konsumieren, als man sich leisten kann. Aber die Priorität bei einem Weinliebhaber sollte doch beim größtmöglichen Genuss liegen und nicht beim größtmöglichen Geldsparen.
 
Unter den billigen Weinen findet man nur selten einen Topgenuss, und um ihn zu finden, muss man sich sehr viel Mühe bei der Suche geben. Man muss sich sehr gut auskennen. Übrigens, wer lauthals herausstellt, dass man beim Discounter sogar einen Barolo für 9,99 bekommt und einen Champagner für 20, ist für mich ebenso Etikettentrinker wie der russische Oligarch, der einen Cheval Blanc zu seiner Cola bestellt.
Denn der Schnäppchen-Barolo kommt aus einer Großkellerei. Sein Traubenmaterial ist von verschiedensten Weinlagen zusammengekauft. Sie bekommen einen belanglosen Wein mit einem großen Namen (auf dem Etikett). Da wäre ein gut ausgewählter Barbera für 10,50 beim Weinhändler meiner Meinung nach wesentlich besser angelegtes Geld (zur Erklärung: Barbera ist gegenüber dem Barolo der einfachere Wein).
 
Das ist für mich das Paradox. Wird man mit zunehmender Erfahrung immer mehr zum Weinkenner, entdeckt man unter der Unmenge an Weinen zu Hauf spannende Weine, die erforscht werden wollen. In jeder Preisklasse. Es gibt unweigerlich einige günstige und unweigerlich einige zu einem exorbitanten Preis und viele, sehr viele Weine in einer mittleren Preisklasse. Der Preis eines Weines ist kein wirkliches Qualitätskriterium. D.h. es gibt keine direkte, verlässliche Relation zwischen Preis und Qualität.
Wer teure Weine pauschal ablehnt, weil er sie grundsätzlich für überteuert hält, verhält sich eindimensional. Wenn man sich gern mit Wein näher beschäftigt, sollte man eher das Problem haben, in seinem Leben nicht genug von der Vielfalt an Weinen verkosten zu können.
 
Man kommt am Geldausgeben nicht vorbei, wenn man beim Weingenuss Vielschichtigkeit erleben will.
 
PS: Antik Wein ist, wie der Name sagt, auf alte Weinraritäten spezialisiert. Aber wenn Sie bei uns einen Wein in Berlin abholen, werden Sie sehen, dass wir auch einige Weine aus aktuellen Jahrgängen anbieten.
Weine, die sofort getrunken werden können. Nicht viele. Eine kleine, feine Auswahl. Weine, die wir selbst gerne trinken. Das müssen keine sehr teuren Weine sein. Natürlich immer aus den klassischen Weinregionen. Und nur von Winzern mit Rang und Namen. Sehen Sie hier unsere wein-trink-empfehlungen
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