• Versand direkt aus unserem Weinkeller in Berlin - auch per Express - auch weltweit - oder Abholen im Weinladen
  • Alle angezeigten Weine lagern in unserem Weinkeller Karl-Marx-Allee 67 im Herzen Berlins - Telefon 030 25563300

Das Thema Weinbewertung ist zwiespältig. Wer möchte schon nach Schulnoten trinken. Mit der Vorstellung von Genuss verbinden wir nicht unbedingt Analyse, kritische Auseinandersetzung und geistige Anstrengung.
Andererseits stehen wir vor einer übergroßen Zahl von Weinen und Weingüter, die wir alle gar nicht kennen können, geschweige denn verkostet haben können. Da möchten wir schon wissen, welcher Wein gut ist und welchen Wein zu kaufen sich lohnt.

Also wird Wein bewertet.
Sind Weinbewertungen objektiv?

Bei den berühmten Weinen, bei Weinklassikern ist es ganz gut nachvollziehbar. Die Grand Cru Classé des Médoc und des St.Emilion im Bordeaux werden von vielen Weinkritikern, Weinfachleuten, Weinverkostern immer wieder bewertet. Ein Goldmedaillenwein aus dem Supermarkt spielt dagegen in der Weinwelt oft gar keine Rolle, wurde nur von einer eigens zusammengestellten Spezialjury oder einem Sommelier bewertet und seine schöne Bewertung ist nichts anderes als eine Marketingaktion.
Die bekannten Weinkritiker wie Rober Parker, Hugh Johnson, Réné Gabriel, James Suckling u.a. bieten eine ungleich größere Basis für eine verläßliche Bewertung von Weinen. Sie bewerten Jahr für Jahr z.B. im Bordeaux alle bedeutenden Weingüter im direkten Vergleich. Das ist ein wichtiger Punkt: es werden die Weine nicht nur regelmäßig von vielen Fachleuten beurteilt, sondern die Punktevergabe für die Weine geschieht auch im direkten Vergleich. Vergleichsverkostungen führen zu einer sehr viel genauerem Bewertung.

Der Wein ist bewertet. Also kaufen und trinken wir nur die besten Weine.
Das wäre schön. Schön einfach. Leider sind die am besten bewerteten Weine schnell auch sehr teuer.

Wir sollten den Weinkritikern Gerechtigkeit widerfahren lassen und den Horizont ein wenig erweitern. Die sehr guten Bewertungen haben eine gewissen Spannweite: 4-5 Punkte im 5 stufigen Bewertungssystem, 17-20 bei der 20er Skala und 88-100 Punkte bei den Bewertungen von Robert Parker & Co.
Werden noch nicht voll ausgereifte, junge Weine bewertet, so werden die Bewertungen folgendermaßen angegeben, z.B: 2015er Château Belgrave 5eme Grand Cru Classé Haut-Médoc: RG: 18/20 JS: 90-91/100 WS: 87-90/100. James Suckling und Marvin Shanken vom Wine Spectator preisen das vermutete Entwicklungspotential des Weinguts bei den Punkten mit ein. Bei Réné Gabriel wird die Bewertung durch den Kommentar eingeordnet.  Weinbewertungen können sich im Laufe der Entwicklung eines Weines ändern. Zum Beispiel wurde der 1997er Jahrgang nach 20 Jahren Reife bei vielen Weingütern neu (besser) gesehen.
Zugleich können wir auf Anhieb sehen, dass die verschiedenen professionellen Verkoster einen Wein durchaus verschieden einstufen. Dies wird weniger bei den Spitzenergebnissen (da sind sich zumeist alle einig), sondern vor allem bei den sehr guten Benotungen in der zweiten Reihe sichtbar.

Ich empfehle (wenn Sie Ihren Geldbeutel spürbar schonen möchten) leicht antizyklisch / versetzt zu trinken. Weine, die der einen Hälfte der renommiertesten Weinkritiker gefallen und der anderen weniger. Weine, die durch einen Super-Jahrgang die gute Arbeit im Weingut demonstrieren, aus einem sehr guten, aber nicht unbedingt überragenden Jahrgang.
Zum Beispiel Château Pedesclaux: Nachbar von Lafite und Mouton Rothschild, war lange unbeachtet, litt unter dem launigen Verdikt von Robert Parker: Life is too short to drink Pedesclaux. Dann lag Pedesclaux bei der Blind-Verkostung des Decanter mit seinem 2005er Jahrgang plötzlich in der Spitzengruppe gleichauf mit Mouton Rothschild und wurde - natürlich - wesentlich teurer. Jetzt haben sich alle wieder beruhigt. Der Satz von Parker ist Meckern auf höchstem Niveau. Und zum Beispiel der 2011er von Château Pedesclaux die ideale Gelegenheit einen 5eme Grand Cru Classé aus Pauillac kennen zu lernen.

Sehr gut sind auch die verschiedenen Cru Bourgeois aus den Gemeinde-Appellationen des Médoc. Also Weingüter knapp unterhalb des Grand Cru Classé Status der Klassifikation von 1855, die - und das ist wichtig - über Weinlagen mit großem Potenzial verfügen. Wo sind diese Toplagen? - In direkter Nachbarschaft der Grand Crus, im Kerngebiet des Bordeaux, mit einer beeindruckend langen Geschichte. Vielleicht 60 von ca. 600 Cru Bourgeois liegen auf diesem Niveau. Die Weine von den Châteaux Beau-Site, Charmeil, Citran, Chasse Spleen, Fourcas Dupré, Lamothe de Bergeron, d'Agassac usw pendeln bei den Weinbewertungen regelmäßig zwischen 89-91 Punkten.


Sehen Sie hier unsere Wein-Trink-Empfehlungen. Weine, die wir bei Antik Wein selbst gern trinken.
Array