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Die Korken hochwertiger Weine werden in einem Stück aus der Rinde der Korkeiche gewonnen. Erstklassige Weine verkorkt man in der Regel mit besonders langen Korken sehr reiner Qualität.  Beim Verschließen der Flasche wird der elastische Korken zusammengepreßt und in den Flaschenhals gedrückt. 
Öffnet man einen verhältnismäßig jungen Wein, dehnt sich der immer noch elastische Korken nach dem Herausziehen wieder ein wenig aus. 
Bei sehr alten Weinen hat der Korken einige Veränderungen erfahren. Er ist nicht oder kaum mehr elastisch. Der Kork hat allmählich Wein aufgesogen, zunächst an der Oberfläche (der Korkunterseite und der Seitenwandung). 
Bei Rotweinen kann man das sehr schön beobachten. Anfangs nimmt der Korken das Bordeaux- bzw. Granatrot des Weines an. Mit hohem Alter des Weines wird der Korken immer dunkler, oft fast schwarz.

Weinflaschen sollten stets liegend gelagert werden. Das geschieht aus einem einzigen Grund. Auf diese Weise umspült der Wein stets den Korken. Dessen Austrocknen und Schrumpfen wird verhindert.

Der langjährige Wein-Auktionsleiter bei Christies, Michael Broadbent erzählt zum Problem austrocknender Korken eine schöne Anekdote.

Einer der teuersten jemals bei einer Auktion versteigerten Weine war ein Chateau Lafite Rothschild von 1787 (damals noch Lafitte geschrieben). Der Flasche wurde als ursprünglicher Besitzer der amerikanische Präsident und Weinkenner Thomas Jefferson zugeschrieben. 
Also gelangte die für 105 000 GBP versteigerte alte Weinflasche ins Forbes Museum und dort auf einen besonderen Ehrenplatz. In die Mitte der originalen Speisetafel Jeffersons. Leider führten die starken Museumslampen zusammen mit der aufrechten Stellung der Flasche zum absehbaren Ergebnis. 
Bereits wenige Jahre nach dem Erwerb fiel der Korken geschrumpft und ausgezehrt in die Flasche hinein.

Aber auch bei fachgerechter Lagerung droht ein Korken mit zunehmenden Alter des Weines, irgendwann schlapp zu machen. Dies ist auch der Zeitpunkt, an dem der Wein unweigerlich seinem Ende entgegengeht. 
Verliert der Korken seine Dichtheit, dann setzt dem Wein immer stärker Oxidation zu, die Alterungsprozesse beschleunigen sich und der Wein wird schließlich ungenießbar.

 


Originalverkorkt versus neu verkorkt

Es spricht also einiges dafür, die vermeintliche Schwachstelle, nämlich den Korken, bei alternden Weinen immer wieder zu erneuern. 
Tatsächlich bieten die wichtigsten Chateaux im Bordeaux das Neu-Verkorken der eigenen Weine an. Zumeist wird auch der eigene Bestand alter Jahrgänge des Chateau vor Ort alle 10 bis 15 Jahre geöffnet, kontrolliert und wieder verkorkt. 
Das Öffnen der Weinflaschen bietet dabei stets Gelegenheit, eine geringe Menge des Weines zu verkosten. Die entnommene Probemenge und eventueller Schwund wird bei der Prozedur wieder aufgefüllt. Womit? Mit Wein des selben oder eines jüngeren Jahrgangs. 
Ein Neuverkorken wird seitens des Weinguts natürlich entsprechend dokumentiert und zertifiziert. 
Man kann dieses Vorgehen verstehen, wenn es darum geht, einen bestimmten Wein möglichst lange aufzubewahren. Zum Beispiel als Referenz für das eigene Weingut.

Die Nachteile des Neuverkorkens drängen sich freilich jedem auf, dem es um den unverfälschten Weingenuss und die Faszination alter Weine geht. 
Ein Auffrischen oder Verjüngen der Weinrarität ist gerade nicht erwünscht. Es soll schließlich die Charakteristik eines Weines und eines bestimmten Jahrgangs erschmeckt werden. 
Und selbst wenn der alte Wein nicht geöffnet werden soll. An einem alten (sündhaft teuren) Oldtimer möchte man auch kein neues Ersatzteil vorfinden. Bei einem Louis XIII Möbelstück zieht der Liebhaber und Sammler die Löcher von Holzwürmern später ausgebesserten Ecken vor. 
Da ein alter Korken nicht erneut eine Weinflasche dicht verschließen kann, gewährt Ihnen der Anblick des originalen Korkens bei einem alten Wein zugleich die beste Garantie seiner Echtheit.

Das Fazit. Sobald der Korken anfängt zu schwächeln, sollte man den entsprechenden Wein entweder gleich öffnen und austrinken oder notgedrungen aufgeben.

Ein gut sitzender, dichter Korken ist bei einer Weinrarität ein entscheidendes Qualitätsmerkmal. 
Auf dem Korken hochwertiger Weine finden Sie heutzutage die Angaben zum Weingut und Jahrgang*. 
*Bitte beachten Sie, dass die Korken zunächst nur bei den 1er Grand Cru Weinen aus Chateau-Abfüllungen alle Angaben enthalten haben. 
Heutzutage versieht jedes bessere Weingut die Korken mit einem Korkbrand. Zumeist steht dann der Jahrgang auch auf der Oberseite des Korkens und wird sichtbar, sobald man die Kapsel abgeschnitten hat


Einige Hinweise zum Öffnen der Weinflasche

Die alten Korken sind nicht mehr elastisch. Sie haben sich im Laufe der Zeit mit Wein vollgesogen. An der Kapsel sind häufig harte Verkrustungen entstanden. 
Daher muss der Korkenzieher sehr, sehr vorsichtig verwendet werden. 
Wir haben die besten Erfahrungen mit teflonbeschichteten Korkenziehern gemacht (z.B. Screwpull). Den Korken millimeterweise in Bewegung versetzen und gleichmäßig langsam herausziehen. Manchmal hilft es, den Korken erst einmal leicht nach innen zu drücken, damit er sich von eventuellen Krusten löst. 
Die Gefahr, dass der Korken beim Herausziehen trotzdem reißt, ist sehr hoch. In manchen Fällen sind alte Korken bröselig und beim Herausziehen zieht die Spirale des Korkenziehers nur Teile des weichen Korkens heraus. 
Im Fall der Fälle müssten die Reste dann in die Flasche gedrückt werden und beim Ausgießen ein feines Weinsieb verwendet werden.

Stichwort Korkfehler

Es drängt sich der Verdacht auf, daß ein Mangel am Wein zu exzessiv und mißverständlich als Korkfehler bezeichnet wird. 
Lange Zeit vermutete man als Ursache einer muffigen Geschmacksnote bei Wein einen minderwertigen Korken. Tatsächlich handelt es sich vielmehr oft um einen echten Weinfehler als um einen Korkfehler. 
Unreinheiten im Weingut während der Weinbereitung können dem später auf Flasche gezogenen Wein bereits bei seiner Herstellung Schaden zufügen. 
In manchen Fällen konnte dennoch der Korken für den Weinfehler verantwortlich gemacht werden. Dabei wurden die Korken eine Zeitlang in der Nähe von Chemikalien gelagert, die zur Reinigung benutzt wurden. 

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